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OLIVER WELTER

Dås wird nix mehr. 
Hier singt ein Mensch. Ein Mensch aus Kärnten. 
Nach drei Jahrzehnten als international gefeierter englischsprachiger Popkünstler hat Oliver Welter in der Sprache seiner Herkunft ein Songwriteralbum geschrieben. Ich danke ihm dafür. Ich finde, alle sollten ihm dankbar sein.
Das Bundesland mit dem noch immer höchsten Postkartenpotential der Republik besitzt einen Schatz an Liedern, die Kärntnerlieder, die fast zwanghaft, aber durchaus zurecht mit dem Adjektiv „traurig“ versehen werden. Die Kärntnerlieder sind Jahrzehnte und Jahrhunderte alt. In sehr alter Sprache und mit einem sehr alten, sehr geduldigen Blick erzählen sie von Seen, von Abenden, von Abschieden, vom Tod und, hinter allem stets präsent, von dem, was auf englich so treffend longing genannt wird: das Sehnen. Und genau hier sind wir bei Oliver Welter, einem Experten des Sehnens.
Oliver Welter, Frontman und Mastermind  der seit Jahrzehnten aktiven Rockband Naked Lunch, ist berühmt für mehrere Dinge: Als Songwriter hat er das in diesem Land wohl größte Talent für große, hymnische Poprefrains –  Naked-Lunch-Songs wie „God“ oder „Military of the Heart“ sind so berühend und welthaltig wie bei ihrem Erscheinen vor zwei Jahrzehnten und mehr. Als Sänger mit schmerzgetränkter Falsett-Stimme kann er unsere Seelen unmittelbar berühren, es wird uns schon weh, bevor wir wissen warum.
Das alles habe ich gewußt, von meinem im letzten Vierteljahrhundert viel zu selten gesehenen, aber immer gemochten Freund Oliver Welter. Und abseits seiner Kunst wußte ich auch, wie witzig dieser Schmerzensmann sein kann, und welche menschenfreundliche Qualität sein Witz hat, dieser Witz eines Verletzten, wie bei Joseph Roth, ein Witz, der die Tiefe eines Herzens offenbart.
Zu einem Viertel betrunken, habe ich ihn vor gut anderthalb Jahren eines Nachts gefragt, ob er nicht einmal zeitgenössische Kärntnerlieder schreiben wolle.
Er hat nichts geantwortet. Mein Vorschlag war ernst gemeint, aber ich habe mir nichts erwartet.
Jetzt hat er elf solche Lieder geschrieben und aufgenommen. Lieder, die aus Kärnten kommen und zugleich vom anderen Ende der Welt auf dieses Kärnten schauen. Nur von seiner treibenden Steelstring-Gitarre begleitet, erzählt Oliver Welter, wie er Tod und Teufel trifft, wie er Frauen zur Unvernunft rät, seinen Frieden mit der Endlichkeit macht, oder, im Titelsong, wie er eine vergangene Liebesgeschichte unter Blüten begräbt. In einem Dialekt der brüchigen Schönheit.
Seiner „Heimat“ faucht er ins Gesicht. Und er zelebriert zugleich  ihre geheime, größte Qualität: die Traurigkeit.
Dås wird nix mehr. Es ist etwas geworden. Es ist groß geworden.

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Ernst Molden, Wien, Oktober 2026

Booking: 

Charlie Bader

+43 664 8294406

charlie.bader@medienmanufaktur.com

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